Dachstatik & Eignung für Gewerbe-Photovoltaik: Was vorher geprüft werden muss
Ob ein Firmendach für eine Photovoltaik-Anlage taugt, entscheiden Statik, Dachtyp und Netzanschluss — nicht das Angebot. Wer das erst nach der Angebotsanfrage prüft, vergleicht Zahlen auf ungeprüfter Basis. Diese Seite zeigt, welche Prüfungen vorher Pflicht sind, was sie kosten und ab welcher Anlagengröße es kompliziert wird.
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Rechner starten →Welcher Dachtyp eignet sich wie gut?
Vier Dachtypen dominieren im Gewerbe. Der Typ entscheidet über Montage und Ausrichtung — ob das Dach die Anlage trägt, ist eine separate Frage (siehe Statik).
- Flachdach: Der Standard im Gewerbe. Aufständerung möglich — Süd mit 20° Neigung oder Ost-West mit 10–15°.
- Sheddach: Typisch für Produktionsbetriebe. Oft ideal, weil die Sheds eine gute Nord-Süd-Ausrichtung mitbringen.
- Trapezblech: Die meisten Lager- und Hallendächer. Einfache Montage.
- Schrägdach: Typisch in der Landwirtschaft. Meist 25–45° Neigung, Ausrichtung Süd oder Ost-West.
Statik-Prüfung: Pflicht ab 50 kWp
Bei Anlagen über 50 kWp ist die Statik-Prüfung Pflicht. Ein Dachstatik-Gutachten kostet 500 bis 2.500 €.
Der Befund entscheidet über die Unterkonstruktion. Ist die Statik schwach, wird sie aufwändiger — das treibt die Projektkosten um 15 bis 25 % nach oben. Das Gutachten gehört deshalb vor das Angebot, nicht danach.
Die vollständige Kostenaufstellung inklusive Statik-Gutachten steht unter Kosten 2026.
Ausrichtung und Verschattung — was die Rendite kostet
Zwei Faktoren drücken die Rendite, bevor das erste Modul liegt:
- Ost-West-Ausrichtung ohne hohen Morgen- und Abendverbrauch: senkt die Rendite um 15 bis 25 %.
- Verschattung durch Nachbargebäude oder hohe Bäume: senkt die Rendite um 10 bis 40 %.
Was diese Prozente in Euro bedeuten, zeigt die Wirtschaftlichkeitsrechnung.
Netzanschluss: Ab wann wird es kompliziert?
Die Dachfläche bestimmt die Anlagengröße — und die Anlagengröße bestimmt den Netzanschluss. Die Stufen:
| Anlagengröße | Netzebene | Was nötig ist |
|---|---|---|
| unter 30 kWp | Niederspannung | einfacher Zählerwechsel |
| 30–100 kWp | Niederspannung | komplexeres Messkonzept, ggf. Trafo-Erweiterung |
| 100–135 kWp | Niederspannung | EEG-Direktvermarktung wird verpflichtend |
| über 135 kWp | Mittelspannung (Pflicht) | EZA-Zertifikat, Netzanschluss-Vertrag, TAB Mittelspannung (VDE-AR-N 4110) |
| über 1 MWp | Mittel-/Hochspannung | Projekt-Charakter, 6–12 Monate Vorlauf |
Die kritische Schwelle liegt bei 135 kWp. Darüber wird der Netzanschluss kompliziert und teuer — das verschweigen viele Vergleichsportale. Wer eine große Dachfläche hat, sollte diese Grenze kennen, bevor die Anlagengröße festgelegt wird. Ab 1 MWp hat der Anschluss Projekt-Charakter: 6 bis 12 Monate Vorlauf.
Genehmigungen, die vor dem Bau erledigt sein müssen
- Bauordnung (Landesrecht): Meist verfahrensfrei bis ca. 75 m² Modulfläche — je nach Bundesland unterschiedlich.
- Denkmalschutz: Bei Altbauten vorab prüfen.
- BImSchG (Immissionsschutz): Relevant bei Freiflächenanlagen über 300 kWp.
- EEG-Anmeldung: Pflicht beim Netzbetreiber, spätestens 4 Wochen vor Inbetriebnahme.
- Marktstammdatenregister: Registrierung bei der Bundesnetzagentur binnen 1 Monat nach Inbetriebnahme.
Erste Einschätzung in 90 Sekunden: Der PV-Gewerbe-Rechner zeigt, was Ihr Dach hergibt. Förderung läuft über KfW 270 und IAB — Details unter Förderung.
Häufige Fragen
Ab welcher Anlagengröße ist ein Statik-Gutachten Pflicht?+
Bei Anlagen über 50 kWp. Darunter ist die Prüfung nicht vorgeschrieben.
Was kostet ein Dachstatik-Gutachten?+
500 bis 2.500 €. Zeigt das Gutachten eine schwache Statik, kommen 15 bis 25 % Mehrkosten für eine aufwändigere Unterkonstruktion dazu.
Eignet sich jedes Flachdach für PV?+
Das Flachdach ist der Standard im Gewerbe — Aufständerung ist mit 20° Süd oder 10–15° Ost-West möglich. Entscheidend sind aber Statik und Verschattung: Schwache Statik kostet 15 bis 25 % Mehrkosten, Verschattung 10 bis 40 % Rendite.
Ab wann brauche ich einen Mittelspannungs-Netzanschluss?+
Über 135 kWp ist Mittelspannung Pflicht — mit EZA-Zertifikat, Netzanschluss-Vertrag und TAB Mittelspannung (VDE-AR-N 4110). Über 1 MWp kommen 6 bis 12 Monate Vorlauf dazu.
Brauche ich eine Baugenehmigung für die PV-Anlage?+
Meist nicht: Bis ca. 75 m² Modulfläche ist die Anlage in der Regel verfahrensfrei — das regelt die Bauordnung des jeweiligen Bundeslands. Bei Altbauten den Denkmalschutz prüfen. Unabhängig davon bleiben EEG-Anmeldung (4 Wochen vor Inbetriebnahme) und Registrierung im Marktstammdatenregister (binnen 1 Monat) Pflicht.