Gewerbe-PV-Leitfaden 2026
27 Punkte, die Geschäftsführer prüfen sollten, bevor sie einen Gewerbe-Photovoltaik-Vertrag unterschreiben. Ohne E-Mail, ohne Download, ohne Newsletter-Falle — direkt lesbar.
Für wen: Geschäftsführer, CFOs und Facility-Manager in DACH mit Dachfläche ab 200 m² oder Stromverbrauch über 80.000 kWh/Jahr.
Geprüft von: Dr. Martin Berger (Diplom-Ingenieur Energietechnik) und Mona Lorenz (Fachanwältin Steuerrecht), Stand 04/2026.
A. Dachanalyse (7 Punkte)
- Dach-Alter dokumentiert — weniger als 15 Jahre? Sonst erst Sanierung planen.
- Statik-Gutachten vorhanden — Traglast-Reserven mindestens 15 kg/m² zusätzliches Gewicht?
- Dach-Ausrichtung — Süd 10–30° ideal, Ost-West akzeptabel, Nord ausgeschlossen.
- Verschattung durch Nachbargebäude, Bäume, Schornsteine dokumentiert?
- Trapezblech-Korrosionsschutz vorhanden (bei Metall-Dächern)?
- Absaug-Kanäle und Oberlichter in nutzbarer Fläche berücksichtigt (15–30 % Verlust)?
- Asbest-Check durchgeführt (bei Gebäuden vor 1993)?
B. Rechtliches & Genehmigungen (4 Punkte)
- Bauordnung-Prüfung bundeslandspezifisch — oft verfahrensfrei bis ca. 75 m² Modulfläche.
- Denkmalschutz-Freigabe bei historischen Gebäuden?
- Netzanschluss-Antrag beim Verteilnetzbetreiber gestellt — ab 135 kWp Mittelspannung!
- Marktstammdatenregister-Anmeldung innerhalb 1 Monat nach Inbetriebnahme vorbereitet?
C. Wirtschaftlichkeit (6 Punkte)
- Jahresstromverbrauch der letzten 12 Monate addiert und nach Stunden aufgeschlüsselt (Lastprofil)?
- Eigenverbrauchsquote realistisch berechnet (40–85 % je nach Branche)?
- Amortisationsrechnung auf Basis realistischer Werte erstellt (nicht Verkaufs-Werte)?
- Preis pro kWp mit Marktdurchschnitt verglichen (800–1.200 € netto in 2026)?
- Einspeise-Vergütung aktuell geprüft — Direktvermarktungs-Modell ab 100 kWp?
- 25-Jahres-ROI mit Degradation + Strompreis-Steigerung simuliert?
D. Förderung & Steuer (5 Punkte)
- KfW-270-Antrag via Hausbank angestoßen — vor Vertragsabschluss!
- IAB §7g EStG geprüft — Gewinn < 200.000 €? Dann 50 % Vorab-Abschreibung möglich.
- Sonder-AfA §7g Abs. 5 für 20 % zusätzliche Abschreibung in den ersten 5 Jahren.
- §6b EStG-Rücklage geprüft, falls Immobilien-Verkauf ansteht?
- Steuerberater-Gespräch vor Vertragsunterschrift — nicht nachträglich!
E. Installateur-Auswahl (5 Punkte)
- Mindestens 3 Angebote eingeholt und verglichen?
- Elektrotechnik-Meister-Betrieb (§13 HwO) mit VDE-geprüftem Personal nachgewiesen?
- Referenzen in vergleichbarer Anlagengröße persönlich kontaktiert (echte Telefonate)?
- Gewährleistung mindestens 5 Jahre Montage + 10–25 Jahre Module?
- Ertragsprognose mit PV*SOL oder gleichwertig erstellt, nicht nur Faustformel?
Bonus: Die 5 größten Fehler, die Unternehmer machen
- Angebot ohne Dachinspektion annehmen. Kein seriöser Installateur gibt Festpreis-Angebote ohne vorherigen Vor-Ort-Termin.
- IAB erst im Kaufjahr bilden. IAB muss im Jahr vor der Anschaffung gebildet werden. Später = keine Rückwirkung.
- Eigenverbrauch zu hoch schätzen. Lastprofil-basierte Berechnung ist Pflicht — nicht raten.
- Pacht-Modell ohne 25-Jahres-Vergleich unterschreiben. Pacht ist oft 40–60 % teurer als Kauf über die gesamte Laufzeit.
- Netzanschluss ignorieren.Bei Anlagen > 135 kWp wird es komplex und teuer.
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Jetzt kostenlos kalkulieren →Dieses Dokument ist keine verbindliche Rechts- oder Steuerberatung. Für Ihre konkrete Situation konsultieren Sie einen Steuerberater, Fachanwalt oder Wirtschaftsprüfer. Stand 20.04.2026.